DON JUAN oder die wahre Geschichte vom falschen Frosch

(c) Herbert Paukert

Als Don Juan in die Jahre gekommen war, wo eine Krankenschwester wichtiger als eine Hure ist, hatte er noch einmal einen Anfall von jugendlichem Irrsinn. Also putzte er sich heraus und ging auf die Pirsch. Da stolperte er in seinem schwankenden Parkinson-Gang über eine wunderschöne Prinzessin und fühlte sich noch jugendlicher - ganz so wie früher, vor vielen hundert Jahren. Er lud sie zum Essen, Trinken und Tanzen ein - ganz so wie früher - merkte aber wohl, dass Alles viel schwerer war, besonders das Tanzen (das Trinken weniger). Außerdem spielte ihm sein dement seniles Gedächtnis einen Streich: Irgendetwas wollte er doch noch tun - ganz so wie früher. Da war doch noch etwas, oder? Aber er hatte es vergessen und so sehr er sich auch abmühte, es fiel ihm nicht ein. Zu seinem Entsetzen musste er feststellen, dass offensichtlich auch die wunderschöne Prinzessin, immer ungedulgiger werdend, auf dasjenige wartete, woran er sich partout nicht mehr erinnern konnte.

Was sollte er tun? Don Juan, nicht gewohnt sich den Konflikten seines Lebens offen zu stellen, löste das Problem auf bequeme Art und Weise: Er wurde wieder müde, alt und krank! Daraufhin verwandelte sich die wunderschöne Prinzessin aus Wut und Enttäuschung über die verlorene Zeit in einen Frosch und sprang davon.